10. Januar 2021 Achim

Eine Ménage-á-trois und ein spannender, außergewöhnlicher, szenischer Liederabend Von Möwen, Göttern und Oasen. Zuerst treten zwei Möwen auf, die vom ewigen Ringen der Liebenden, von ekstatischen Liebesnächten und der Leere danach singen, zweistimmig.

Die Lyrikerin Silke Scheuermann schlägt kräftige, schonungslose Worte vor, kreiert eigenwillige Bilder. Der Komponist Patrik Bishay antwortet mit einer einfühlsamen, eigenständig starken Musiksprache. Die Sängerin und Performance Künstlerin Brigitte Leistikow und die Pianistin Anna Stepanova verkörpern im Liederzyklus I diese beiden Möwen, sind Sprachrohr für Lyrikerin und Komponist.

Für die Vertonung der Ode „ An den Aether“ von Friedrich Hölderlin hat Paul Amrod die Besetzung Klaviertrio und Gesang gewählt. Die Violine, Benia Leonhardt, verkörpert den Aether, das Göttliche. Das Cello, Sylvia Demgenski, die Natur, das Irdische. Das Klavier, Anna Stepanova, vereint beide Welten, der Gesang, Brigitte Leistikow, illustriert.

Der Liederzyklus II  von Bishay / Scheuermann beschließt furios das 75-minütige Programm. Er handelt von den Städten mit ihren Versuchungen, Sehnsüchten und den irren Typen, die zuweilen von flüsternden Dörfern träumen, aber so bekifft sind, dass sie höchstens in unwirkliche Oasen abdriften. Die Musik ist pulsierend rhythmisch, verzerrend und zuweilen launisch lustig. 

Regie: Elisabeth-Marie Leistikow, Kostüm: Johanna Maria Fischer, Titelbild: Rami Bakhos

Eine Veranstaltung des projektHauses Leistikow, gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt und mit freundlicher Unterstützung der Romanfabrik.

Programm:

1)  „Liederzyklus I – Der Tag an dem die Möwen zweistimmig sangen“
für Stimme und Klavier
Komposition: Patrik Bishay (2003), Lyrik: Silke Scheuermann (2001)

2) „An den Aether“ für Stimme und Klaviertrio Uraufführung
Komposition: Paul Amrod (2007), Lyrik: Friedrich Hölderlin (1797)

3) „Liederzyklus II  – Der zärtlichste Punkt im All“ für Stimme und Klavier Uraufführung
Komposition: Patrik Bishay (2005), Lyrik: Silke Scheuermann (2004)